Vom Gefühl, keine Wahl bei der Wahl zu haben

„Du triffst immer eine Wahl“

online-Coaching Torhaus Kotelow, WahlDu triffst immer eine Wahl, so lautet jedenfalls meine tiefste Überzeugung. Egal, was du in deinem Leben tust und egal was du eben auch nicht tust: das, was dann in dein Leben tritt, ist immer das Ergebnis deiner eigenen Wahl. Das gilt sogar dann, wenn du dir einer Wahl gar nicht bewusst bist – und das wird vermutlich in 90% der Fälle so sein. Diese etwa 90% aller deiner Entscheidungen werden im Bereich des Unter- oder Unbewussten getroffenen. Manche gehen davon aus, dass dieser Anteil sogar noch größer ist. Und viele Entscheidungen bestehen schon darin, scheinbar nichts zu tun oder zu wählen. Auch selbst das ist eine – oft genug völlig unter- oder unbewusste – Entscheidung.

Snack und Lektion

Diese 90% deines unter- oder unbewussten Seins geben also den Ausschlag für vermutlich ebenfalls mindestens 90% deiner getroffenen Wahlen oder deiner Entscheidungen. Dafür, dass du dir lieber nur mal eben einen „eigentlich ungesunden“ Snack oder eine ganze Tafel Schokolade reinziehst statt wertvolle Lebensmittel zu dir zu nehmen. Oder dafür, einem Mitarbeiter lieber eine „Lektion“ zu erteilen statt ihm konstruktiv zum nächsten Ergebnis oder zu einer für alle besseren Lösung zu helfen. Obwohl die restlichen bis zu 10% deines bewussten Seins (Verstand) sehr genau wissen, dass diese „Snack“-Entscheidung irgendwie völlig „verrückt“ ist. Oder es deinem gesamten Team wirklich gut täte, endlich ein wichtiges Stück auf dem Weg zu einer gemeinsamen Lösung voran zu kommen. Die 90% haben einfach das Sagen und – zack! – eine Entscheidung getroffen.

Wahl-Entscheidungen – aus Gewohnheit?

online-Coaching Torhaus Kotelow, Wahl90% deiner Entscheidungen triffst du also unter- oder unbewusst. Weil du immer eine Wahl hast – und OBWOHL du immer eine Wahl hast, selbst dann, wenn dir die möglichen Alternativen nicht bewusst sind. Genau so wird es – für unsere Leserinnen und Leser in Deutschland – vermutlich bei den gerade wieder anstehenden Wahlen zum Deutschen Bundestag sein. Offiziell stehen dabei die Parteien zur Wahl. Und darüber hinaus einzelne Kandidaten, die die Parteien zur Wahl bestellt haben.

Nicht wenige wählen dabei bestimmte Parteien und/oder Personen aus rational nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen. Oder diese Gründe werden nach-rationalisiert. Etliche werden ihre Personen- oder Parteienentscheidung sogar aus Gewohnheit treffen, weil schon die Eltern diese oder jene Partei gewählt haben oder weil dieser oder jener Kandidat aus welchen Gründen auch immer eigentlich doch recht sympathisch erscheinen mag. Viel zu wenige werden ihren Verstand (also die maximal 10% des bewussten Seins) für ihre Wahl-Entscheidung heranziehen und befragen.

Vielleicht, weil ihnen dann eine unbequeme Tatsache bewusst würde: dass keine der Parteien nach einer Wahl so richtig dasjenige umsetzt, was sie vor der Wahl den Wählern vollblumig versprochen hat. Ohne Ausnahme. Und nach meinem Eindruck von dem, was sie umsetzen, nur wenig zum wirklichen Wohle der Mehrheit, also des (Wahl-) Volkes. Wozu dann also eine solche Wahl? Haben Menschen da  überhaupt eine Wahl bei der Wahl? Und kommen dir solche scheinbar vertrackten Situationen vielleicht irgendwie bekannt vor aus deiner Arbeitswelt, wenn du das Gefühl hast, eigentlich keine Wahl zu haben oder du – jedenfalls mehr oder weniger – irgendwie nur die Wahl hast zwischen „Pest“ und „Cholera“?

 


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Die Wahl zwischen was und wem?

Vom bayrischen Ministerpräsidenten Seehofer wird ein Zitat überliefert, nach dem diejenigen, die gewählt werden, nichts zu entscheiden hätten und diejenigen, die entscheiden, nicht gewählt würden. Man darf ihm sicher unterstellen, dass er sehr genau weiß, wovon er da spricht. Steckt vielleicht sogar der Fehler im System? Haben wir eigentlich keine Wahl bei der Wahl, obwohl wir eingangs eine völlig andere Überzeugung vertreten haben?

online-Coaching Torhaus Kotelow, WahlUmso mehr bei der Frage: wozu können die Wähler sich eigentlich entscheiden, wenn das Bundesverfassungsgericht in mehreren Urteilen klar gelegt hat, dass das Wahlgesetz mit dem Grundgesetz FÜR die Bundesrepublik Deutschland nicht im Einklang steht? Dass also schon seit Jahren und Jahrzehnten deutsche Parlamente und Regierungen gar nicht wirklich befugt sind, wirksam Entscheidungen im Namen des Volkes zu treffen? Wenn also bei einer Bundestagswahl sogenannte Volksvertreter gewählt werden, die legitim gar nicht das Volk vertreten können?

Da bekommt ein bekanntes Bonmot ein ganz besonderes G’schmäckle: Wer glaubt, dass Volksvertreter das Volk vertreten, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Wer sich also unkritisch an dieser anstehenden Bundestagswahl beteiligt, darf sich bewusst werden: er entscheidet nicht wirklich etwas in diesem System. Er gibt lediglich seine Stimme ab – für Parteien oder Personen – und begräbt sie in der Wahl-Urne. Ohne auch nur den Hauch einer echten Veränderung zu bewirken.

Kommt dir das bekannt vor aus deiner Arbeitswelt, in der zum Beispiel bei echten Entscheidungen nicht die Mehrheit der Mitarbeiter entscheidet? Wo nicht Menschen, die von vielen als akzeptierte Führungspersönlichkeit gewählt werden würden, Führung in die Hand nehmen und Entscheidungen zum Wohl aller treffen können?

Welche Wahl bringt dich wirklich weiter?

Du hast immer eine Wahl, wir bleiben dabei. In vielen Fällen ist es hilfreich, bei deiner Wahl die 10% deines bewussten Seins in den Blick zu nehmen und zu aktivieren. Bei der Wahl deines Arbeitsplatzes suchst du dir ja auch nach Möglichkeit ganz bewusst bereits VOR deiner Unterschrift unter den Arbeitsvertrag aus, für welche Firma und mit welchen Menschen du künftig zusammen arbeiten und welche Menschen du führen möchtest.

online-Coaching Torhaus Kotelow, WahlAuch bei der Bundestagswahl kannst du deine Entscheidung ebenfalls bereits VOR der Wahl treffen. Du kannst zum Beispiel die Wahl treffen, ob du dieses zumindest zweifelhaft legitime System überhaupt mit deiner Stimmabgabe weiter am Laufen halten willst, also ob du deine Stimme überhaupt abgibst – oder sie eben für dich behältst.

Weil du verstanden hast, dass es letztlich egal ist, wer oder welche Partei die Mehrzahl der dann noch abgegebenen Stimmen erhält. Weil sich dadurch nichts wirklich ändern kann. Weil niemand von den Gewählten legitimiert ist, das Volk zu vertreten. Und das wählende Volk – wie wir spätestens seit den o.g. Urteilen des Bundesverfassungsgerichts wissen – von den Gewählten gar nicht legitim vertreten werden kann. Weil die eigentlichen Entscheidungen, die das Volk zu spüren bekommt oder zu ertragen hat, auf ganz anderer Ebene getroffen werden.

Nach meinen bisherigen Recherchen ist mir sehr deutlich bewusst: für die Bundesrepublik Deutschland gilt noch immer die SHAEF-Militärgesetzgebung der Alliierten. Nach deren Regeln entscheiden nicht die in der Bundesrepublik gewählten Menschen (Volksvertreter), was letztlich wirklich in diesem Land passiert. Sie führen lediglich das aus, was die nach der Militärgesetzgebung tatsächlich immer noch Entscheidungsbefugten ihnen vorgeben. Horst Seehofer scheint gewusst zu haben, wovon er seinerzeit so ein wenig durch die Blume sprach. Mein „komisches Gefühl“ war offenbar begründet. Zur Wahl gehe ich also künftig erst dann wieder, wenn ich dabei auch eine echte Wahl habe.

Ist doch (fast) ein bisschen wie in deiner Arbeitswelt, oder? Es sei denn, du bist Einzelunternehmer oder du arbeitest in einer der Firmen von Ricardo Semler, auf dessen Firmen- und Führungssystem wir in einem zurückliegenden Beitrag berichtet hatten. Es ist wohltuend zu erkennen, dass auch hier immer mehr Firmen ihre MitarbeiterInnen und deren Bedürfnisse zunehmend ernst nehmen und sich in ihrem Führungs- und Managementverhalten umbesinnen.

Und wenn du eine solche Verwirrung bei deiner Führungsaufgabe kennst und sie mit Hilfe deiner natürlichen Führungspersönlichkeit entknoten möchtest, unterstützen wir dich gern dabei, z.B. mit einem individuellen Einzelcoaching für Führungskräfte.

Fazit:

  • Du hast immer eine Wahl. Egal, ob du dir deiner Entscheidung bewusst bist oder nicht. Vermutlich triffst du 90% deiner Entscheidungen un- oder unterbewusst.
  • Manchmal solltest du sehr genau überlegen, ob du wirklich eine Wahl hast, wenn du zu einer Wahl gebeten wirst.
  • Triff deine Wahl am besten VOR der Wahl.
  • Bei der deutschen Bundestagswahl hast du keine echte Wahl, solange die Miliärgesetzgebung der Alliierten als höherrangiges Recht gilt und deshalb nicht die gewählten Volksvertreter bestimmen, was in Deutschland passiert und was nicht.
  • Wenn du ähnlich verwirrt-verwickelte Situationen aus deiner Arbeitswelt kennst, helfen wir dir gern, sie wieder wirksam zu entwickeln.

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Bilder: pixabay.com

4 comments to “Vom Gefühl, keine Wahl bei der Wahl zu haben”
  1. Ein spannender Beitrag!
    Ich sage ja immer „Keine Entscheidung zu treffen, ist auch eine Entscheidung!“

    Was die Bundestagswahl angeht, habe ich, 2 Wochen vor der Wahl, immer noch keine Entscheidung getroffen. Sehr bewusst befasst sich der Verstand mit dem Thema, die 10% Unterbewusstsein fühlen sich gerade einfach nicht wohl, bei der Wahl, die nicht wirklich eine Wahl ist. Was ist aus der Demokratie geworden?

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Du bringst es „auf den Punkt“, liebe Sandra,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar! Und vermutlich sind es auch bei dir sogar die 90% (!) des unter- oder unbewussten Seins, die sich da nicht wohlfühlen. Und die nur 10% des bewussten Seins suchen weiter händeringend nach logischen Begründungen, weil doch nicht sein kann, was so schier unglaublich klingt… Trau einfach deinem Gefühl.
      Liebe Grüße. Winfried

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