Woran Führung scheitert

Führung – ein verdrängtes Problem?

Beim Thema guter Führung scheiden sich rasch die Geister. Einen vielleicht entscheidenden Anteil daran könnte eine grobe Fehleinschätzung der Führenden haben. Fast alle Führungskräfte (97%) halten nämlich ihre Art der Führung selber für gut. Lediglich 15% der Mitarbeiter teilen jedoch diese Einschätzung. Mehr zur zugrundeliegenden Gallup-Studie im Blogbeitrag „Wann Mitarbeiter Führungkräften gern folgen“.

Mehr als 4 von 5 Mitarbeitern machen gerade mal Dienst nach Vorschrift oder haben bereits innerlich gekündigt. Führungskräfte verspielen ein enormes Wachstums- und Erfolgs-Potential ihres Teams. Ihre offensichtlich unzutreffende Selbsteinschätzung verhindert sogar das nötige Bewusstsein darüber – und eben deshalb auch das Suchen nach Verbesserungsansätzen.

Woran aber scheitert Führung tatsächlich? Wo liegen die echten Defizite und – viel wichtiger: wie könnte man sie beheben?

Häufige Führungsmängel

online-Coaching Torhaus Kotelow - Führung

Foto: clem-onojeghuo @unsplash

Hinweise zu diesen beiden Fragen haben wir in einer Schweizer Studie der Information-Factory gefunden. Solche Ergebnisse betrachten wir durchaus mit der bei allen Studien gebotenen Distanz. Sie decken sich hier jedoch in vielen Punkten mit eigenen früheren Erfahrungen und denen unserer Coachingpraxis und müssen deshalb auch nicht nur auf die Erhebungsregion Schweiz begrenzt werden.

Als Gründe für das Scheitern von Führung werden darin 3 entscheidende Punkte deutlich:

  • Die Führungskraft kommuniziert nicht offen und ehrlich mit den Mitarbeitern
  • Die Führungskraft kann Mitarbeiter fachlich nicht genug führen bzw. Ziele und Anforderungen sind unklar
  • Die Führungskraft bzw. Projektleitung weiß zu wenig von der tatsächlichen Arbeit des Teams

Dabei sind viele Führungskräfte wirklich sehr engagiert. Sie jonglieren teilweise bis zur Erschöpfung zwischen ihren 6 Führungsrollen (mehr zu den 6 Führungsrollen in einem kommenden Beitrag). Viel zu selten sind sie auf ihre Führungsrolle vorbereitet. Außerdem befinden sie sich selber in der unbequemen Sandwichposition zwischen den eigenen Vorgesetzten und ihren Mitarbeitern. Und obenderein sind sie letztlich immer wieder „nur“ die herausgehobenen Fachkräfte, denen oft genug viel zu wenig Zeit für ihre reine Führungsaufgabe bleibt.  Schon deshalb genießt Führung offenbar zu wenig die ihr gebührende Aufmerksamkeit und Wertschätzung.

Was Führung können sollte

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Führungskräfte und Mitarbeiter sind sich im Grunde genommen weitgehend einig, welche Fähigkeiten gute Führungspersonen unbedingt aufweisen sollten:

  • Erfolgreiche Kommunikation mit den Mitarbeitenden
  • Aufbau und Pflege von relevanten arbeitsbezogenen, fachlichen Beziehungen zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften
  • Verstehen von Belangen der Mitarbeitenden bzw. Führungkräften
  • Strategisches und konzeptionelles Denken und Handeln
  • Sich gut organisieren zu können
  • Aufbau und Pflege vertrauensvoller Beziehungen zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden
  • Erfolgreiche Gestaltung des Wandels

 


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Realität im Führungs-Alltag

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Foto: marcos-luiz-photograph @unsplash

Wenn es darum geht, wie Führungskräfte solche Qualifikationen umsetzen, driften Führungskräfte und Mitarbeiter allerdings in ihrer Einschätzung gleich wieder deutlich auseinander. Während fast alle Führungskräfte angeben, selber Ziele klar zu definieren, teilen weniger als die Hälfte der Mitarbeitenden diese Einschätzung.

Vier von fünf Führungskräften sind sogar davon überzeugt, ihren Mitarbeitern genügend Feedback zu ihrer Leistung zu geben. Das kommt jedoch nur bei weniger als einem Drittel der Mitarbeiter auch an.

Fast 2/3 der Befragten gaben an, schon einmal wegen einer Führungskraft gekündigt zu haben. Das können sich jedoch gerade mal 16% der befragten Führungskräfte vorstellen! Wiederum ein krasse Fehleinschätzung.

Wie kannst du Führung verbessern?

Wenn du selber Führungskraft bist, könnten dich solche Ergebnisse nachdenklich stimmen. Unterliegst du vielleicht selber der einen oder anderen Fehleinschätzung hinsichtlich deiner tatsächlichen Aufmerksamkeit für Führung? Das wäre doch ein richtig guter Anfang! Es spricht ja wirklich genug für ein deutlich zu gering ausgeprägtes Bewusstsein bei Führungspersönlichkeiten für die tatsächlich vorhandenen Führungsdefizite.

Gute Führung ist immer auch eine Frage der guten Selbstführung einer Führungskraft. Noch zu viele Führungskräfte kennen z.B. ihre eigenen Ziele und vor allem ihre eigenen echten Bedürfnisse und Werte entweder gar nicht oder zu wenig. Sie zu kennen führt dich nicht nur zu einer klareren eigenen inneren Ausrichtung. Sie machen dich auch deutlich aufmerksamer für die ebenso vorhandenen Ziele, Bedürfnisse und Werte deiner jeweiligen Mitarbeiter oder anderer Menschen, mit denen du zusammen bist. In der Coachingpraxis erleben wir immer wieder die befreiende Wirkung, wenn hier neue innere Klarheit entsteht und dadurch auch die Offenheit der Führungspersönlichkeit für die tatsächlichen Belange anderer wächst.

Was Selbstführung verändert

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Foto: fancycrave @unsplash

Je mehr du dafür sorgst, möglichst genau deine eigenen Ziele, Werte  und Bedürfnisse zu kennen und zu erfüllen, ohne dafür andere Menschen zu „brauchen“, umso gelassener und offener kannst du künftig auf die Ziele, Werte und Bedürfnisse anderer reagieren. Und ihnen entspannter und aufmerksamer dabei helfen, sich selber entsprechend ihrer Talente und Bedürfnisse zu entwickeln. Davon haben dann alle etwas, weil es plötzlich viel leichter geht.

Je mehr andere Menschen eine solche Unterstützung von dir spüren, umso mehr wirst du für ihre Zufriedenheit sorgen und umso bereitwilliger werden sie dir folgen. Gemeinsam mit zufriedenen Mitarbeitern wirst du nicht nur deine eigenen Ziele erreichen, sondern ihr werdet auch gemeinsam als Team bessere Ergebnisse erreichen. Das ist kein Wunschdenken für die Zukunft, sondern beruht auf jahrzehntelangen Erfolgsgeschichten von Firmen, die das konsequent umsetzen. Über ein solches Beispiel haben wir hier berichtet.

Und wenn du deine eigenen Ziele nicht nur kennst, sondern sie auch konsequent verfolgst, könnte sich auch noch vieles andere in deinem Leben insgesamt verändern. Wir haben selber diese Erfahrung gemacht. Ein Ergebnis in unserem Leben war auch, unsere bis dahin heiß geliebten angestellten Jobs in großen Organisationen zu verlassen. Wir haben uns selbstständig gemacht, um viel konsequenter anderen Menschen dabei zu helfen, ihre eigenen Ziele und Werte im Leben zu verwirklichen. Auch in ihren bisherigen Tätigkeiten. Du musst deshalb nicht gleich deinen Job aufgeben, aber vielleicht kannst du deine Position so gestalten, wie es viel besser zu dir passt?

Wenn dich das Thema anspricht und du gern mehr darüber wissen möchtest, was konkret du jetzt persönlich verändern kannst, sprechen wir gern in Ruhe mit dir darüber. Melde dich am besten gleich an für deinen persönlichen und kostenfreien Führungskräfte-Entwicklungs-Kick.

Und wir freuen uns sehr auf einen Kommentar mit deiner Führungs-Erfahrung!

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